UNIXwork

dav Einführung

2017-08-23 10:55:54.0

Dieser Artikel soll einen kleinen Überblick über den WebDAV-Kommandozeilen-Client dav geben.

Features

Alle WebDAV-Methoden des Basisprotokolls sind implementiert und es stehen Subcommands dafür bereit, wobei diese die WebDAV-Methoden mehr oder weniger abstrahieren.

Im Detail unterstützt dav:

URL

Alle Befehle von dav erwarten als Argument eine URL. Die URL kann eine normale http/https-URL sein, man kann aber auch nur den Hostnamen und Pfad angeben. Da dav intern libcurl verwendet, können wie bei curl auch der Benutzername und das Passwort mit der URL angegeben werden.

Um den Inhalt von http://example.com/webdav/ anzuzeigen geht also:

dav list http://example.com/webdav/
dav list example.com/webdav/
dav list user@example.com/webdav/
dav list user:pw@example.com/webdav/

Es ist jedoch auch möglich, Repositories für seine Lieblingsserver zu konfigurieren. In der dav Konfigurationsdatei muss für den Server der Repository-Name und die Basis-URL konfiguriert sein. Statt der ganzen URL reicht es dann nur den Repositorynamen und optional noch einen Pfad anzugeben.

Für unseren Beispielserver könnte die Konfigurationsdatei $HOME/.dav/config.xml dann so aussehen:

<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<configuration>
    <repository>
        <name>myserver</name>
        <url>http://example.com/webdav/</url>

        <!-- optional: username -->
        <user>user</user>
        <!-- optional: base64 encoded password -->
        <password>MTIzNDU2Nzg=</password>
    </repository>
</configuration>

Den Inhalt der Basis-URL anzuzeigen geht dann mit:

dav list myserver

Auf beliebige Ressourcen unterhalb der Basis-URL kann man zugreifen, in dem man an den Repositorynamen einen Pfad anhängt:

dav list myserver/collection/

Dies würde dann den Inhalt von http://example.com/webdav/collection/ anzeigen.

Anstatt das Repository per Hand in der config.xml Datei zu konfigurieren kann man auch den dav Befehl add-repository verwenden. Dieser startet einen kleinen Assistenten der den Namen des Repositories, die Basis-URL, den Benutzername und das Passwort abfragt und die Konfiguration dafür dann anlegt.

Befehle

list

Den list Befehl haben wir schon gesehen. Dieser zeigt alle Kind-Ressourcen (Dateien) einer Collection (Verzeichnis) an. Dieser funktioniert ähnlich wie das Unix-Tool ls (statt dav list kann man auch dav ls schreiben). Ohne Optionen werden nur die Namen der Member angezeigt:

$ dav list myserver
collection
file1
file2
file3

Wie bei ls gibt es auch die -l Option, mit der zusätzliche Informationen pro Ressource angezeigt werden:

$ dav list -l myserver
d-              Feb 08 13:13  collection
--     4.2 KiB  Oct 11  2016  file1
--     95 bytes Oct 11  2015  file2
--     5.7 MiB  May 24 21:13  file3

Das kleine d in der ersten Spalte zeigt an, dass die Ressource eine Collection ist.

get

Mit get können einzelne Ressourcen oder ganze Collections gedownloadet werden.

Eine einzelne Ressource downloaden geht mit:

dav get myserver/file1

Um eine Collection zu downloaden muss man die -R Option angeben. Es werden dabei die Member der Collection direkt in das aktuelle Arbeitsverzeichnis gedownloadet.

dav get -R myserver/collection

put

Mit put können Dateien und Verzeichnisse geuploadet werden. Das erste Argument ist die Ziel-URL, das zweite die zu uploadende Datei.

Ist das Ziel eine Collection wird dort eine neue Ressource mit dem Namen der Datei erstellt:

dav put myserver localfile.txt

Man kann beim Uploaden auch den Namen der Ziel-Ressource angeben:

dav put myserver/newfilename.txt localfile.txt

Auch alle Dateien eines lokalen Verzeichnisses können geuploadet werden:

dav put -R myserver/newdir/ localdir

andere Befehle

Mit mkdir können WebDAV-Collections erstellt werden:

dav mkdir myserver/newcol/

Ressourcen und Collections können mit remove entfernt werden:

dav remove myserver/file1

Eine komplette Übersicht über alle Befehle gibt es hier.

Autor: Olaf | 0 Kommentare | Tags: dav, shell, curl

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