In Solaris sind Extended Attributes keine Key/Value-Paare, sondern werden als Dateien repräsentiert. Hinter jeder Datei im Dateisystem steckt eine weitere Datei-Hierarchie, die jedoch auf normale Dateien beschränkt ist, also keine Unterverzeichnisse oder Links erlaubt. Attribute sind somit nur Dateien, für die die selben Limits für die Dateigröße oder Namen gelten. Außerdem haben sie eigene Zugriffsrechte. Nur einen absoluten Pfad haben sie nicht.
Für den Zugriff auf Attribute über die Shell gibt es das runat Tool. Dieses macht nichts weiter als das Working-Directory auf das versteckte Attributverzeichnis zu setzen und dann ein gewünschtes Kommando auszuführen. Man kann auch einfach eine Shell für dieses Verzeichnis starten. Um die Attribute dann zu lesen, schreiben oder aufzulisten können prinzipiell alle Programme verwendet werden.
$ touch test.txt
$ runat test.txt sh
$ echo "xattr test string" > testattribute
$ echo "text/plain" > mime_type
$ ls
mime_type SUNWattr_ro SUNWattr_rw testattribute
$ cat testattribute
xattr test string
$ exit
Kommen wir zu der Unterstützung für Extended Attributes in den Standard-Unix-Tools.
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mv erhält immer alle Attribute. Wenn mv eine Datei auf ein anderes Dateisystem verschieben will, und dort die Extended Attributes nicht repliziert werden können, wird die Operation abgebrochen und die Quelldatei wird nicht gelöscht.
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ls zeigt mit der -@ Option ein @-Zeichen nach den Zugriffsrechten an, wenn eine Datei Extended Attributes besitzt.
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cp und tar ignorieren standardmäßig Extended Attributes, auch hier hilft die -@ Option.
Dateisysteme werden nicht nur ZFS und UFS unterstützt, sondern auch NFS. Und betreibt man einen Solaris smb-Server werden die Extended Attributes dort auch über smb als NTFS Alternate Data Stream zur Verfügung gestellt.
Siehe auch: fsattr(5)
Es ist möglich Programme einfach anzuhalten, und zu einem beliebigen Zeitpunkt fortzusetzen. Zum stoppen schickt man das SIGSTOP-Signal an den Prozess, zum fortsetzen SIGCONT.
Kleine Demonstration, in der der Sekundenzeiger von xclock angehalten wird.
$ xclock -update 1 &
$ kill -STOP $!
$ kill -CONT $!
Diesmal geht es nicht um Extended Attributes, jedoch um eine andere Art von Dateiattributen, die auch für den Kernel von Bedeutung sind. Mit diesen kann man beispielsweise Dateien unveränderbar machen oder einstellen, dass an die Datei nur neue Daten angehangen werden können, aber nicht der bisherige Inhalt überschrieben werden kann. Das ganze ist völlig unabhängig von den eigentlichen Rechten der Datei.
Beispiel unter Linux:
# chattr +i myfile
Danach ist die Datei unveränderbar. Selbst root kann die Datei nicht verändern, solange das Attribut gesetzt ist. Natürlich könnte root es entfernen und danach die Datei verändern.
Unter Solaris verändert man diese Attribute mit chmod. Interessant ist da z.B. das nounlink-Attribut.
# chmod S+vnounlink myfile
rm: myfile not removed: Not owner
# echo newcontent > myfile
# chmod S-vnounlink myfile
# rm myfile
#
Das verhindert effektiv, dass man sich wichtige Dateien versehentlich löscht.
Applying Special Attributes to ZFS Files
chattr (ubuntuusers Wiki)
Dauert cp mal wieder länger? Hat ja leider auch nicht mal eine Fortschrittsanzeige.
Mit dem Tool progress kann man sich jedoch für Programme wie cp, dd und andere den Fortschritt und Kopiergeschwindigkeit anzeigen lassen. Das Programm durchsucht /proc nach bestimmten Programmen und schaut für diese jeweils welche Dateien geöffnet sind und zeigt dann den Fortschritt für die größte Datei. Also wärend cp läuft einfach in einem 2. Terminal progress -w aufrufen:
$ progress -w
[25534] cp /storage/bigfile
67.4% (673.8 MiB / 1000 MiB) 22.2 MiB/s remaining 0:00:14
Kopiert man allerdings mehrere Dateien mit cp, dann wird natürlich nur der Fortschritt der aktuellen Datei angezeigt.
Um auf Extended Attributes in C zuzugreifen gibt es unter FreeBSD die extattr_*-Syscalls. Auch hier gibt es Varianten, die mit Pfaden arbeiten, welche für Filedeskriptoren und welche die im Falle eines symbolischen Links den Link selber betreffen.
Alle Funktionen erwarten als 2. Parameter ein int für den Namespace. Hierfür gibt es die Makros EXTATTR_NAMESPACE_USER und EXTATTR_NAMESPACE_SYSTEM.
Um an alle Namen der Attribute zu kommen gibt es die Funktion extattr_list_file (und noch die beiden anderen Varianten). Im Gegensatz zu Linux werden hier die Namen nicht einfach Null-terminiert hintereinander in den Buffer geschrieben, sondern vor jedem Namen steht zunächst ein einzelnes Bytes, welches die Länge des Namens angibt. Danach folgt der Name, jedoch ist dieser nicht Null-terminiert. Die anderen Funktionen sind alle recht trivial zu benutzen.
Da FreeBSD keine Tools hat, um Dateien mit ihren Extended Attributes zu kopieren, hab ich ein kleines Beispielprogramm geschrieben, dass alle Attribute aus dem User-Namespace von einer Datei auf eine andere kopiert.
Kommentare
dev | Artikel: Datei ver- und entschlüsseln mit openssl - kompatibel mit dav
Andreas | Artikel: Datenanalyse in der Shell Teil 1: Basis-Tools
Einfach und cool!
Danke Andreas
Rudi | Artikel: Raspberry Pi1 vs Raspberry Pi4 vs Fujitsu s920 vs Sun Ultra 45
Peter | Artikel: XNEdit - Mein NEdit-Fork mit Unicode-Support
Damit wird Nedit durch XNedit ersetzt.
Danke!
Olaf | Artikel: XNEdit - Mein NEdit-Fork mit Unicode-Support
Anti-Aliasing hängt von der Schriftart ab. Mit einem bitmap font sollte die Schrift klassisch wie in nedit aussehen.
Einfach unter Preferences -> Default Settings -> Text Fonts nach einer passenden Schriftart suchen.
Peter | Artikel: XNEdit - Mein NEdit-Fork mit Unicode-Support
Mettigel | Artikel: Raspberry Pi1 vs Raspberry Pi4 vs Fujitsu s920 vs Sun Ultra 45
Ich hatte gedacht, dass der GX-415 im s920 deutlich mehr Dampf hat als der Raspi4.
Mein Thinclient verbraucht mit 16 GB RAM ~11 W idle, das ist das Dreifache vom RP4. Das muss man dem kleinen echt lassen... Sparsam ist er.
Olaf | Artikel: Raspberry Pi1 vs Raspberry Pi4 vs Fujitsu s920 vs Sun Ultra 45
Ergebnisse von der Ultra 80 wären natürlich interessant, insbesondere im Vergleich mit dem rpi1.